Musikermedizin

Warum Musikermedizin?

In München gibt es mehr als 20.000 Profi- und ambitionierte Laienmusiker – bundesweit sind es mehrere 100.000. Viele von ihnen haben auf der Suche nach geeigneten Ärzten lange Odysseen hinter sich und sind verunsichert. Sie wünschen kompetente und transparente Informationen zu Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. 2008 wurde die Forschungsgruppe Musikermedizin gegründet, um musikerspezifische Fragestellungen weiter zu erforschen und Fachkompetenz zu bündeln und transparent darzustellen. Schirmherr der Forschungsgruppe Musikermedizin ist Lothar de Maizère aus Berlin.

Muskuloskelettale Beschwerden im Vordergrund

1990 haben Molsberger et al eine Studie zu Erkrankungen des Bewegungsapparates von professionellen Orchestermusikern durchgeführt. Diese Arbeit an der Orthopädischen Klinik der Universität Düsseldorf untersuchte das Beschwerdebild von über 100 Orchestermusikern der Düsseldorfer Symphoniker und der Deutschen Oper Berlin.

Das untersuchte Kollektiv entsprach in seiner Zusammensetzung der Zusammensetzung der deutschen Kulturorchester. 75% der befragten Musiker litten an orthopädischen Beschwerden. Überdurchschnittlich häufig suchten Sie ihren Arzt wegen Erkrankungen des Bewegungsapparates auf. Auffällig häufig war dabei die Angabe von Schmerzen der Halswirbelsäule und von Kopfschmerzen sowie von Beschwerden der Schulter, der Arme und der Ellenbogen.

Die durchschnittliche Erkrankungsdauer der Beschwerden war mit 61,3 Monaten als chronisch einzustufen. 57% der Musiker hielten ihre berufliche Belastung für maßgeblich mitbeteiligt an der Ursache der Beschwerden. 89% der Musiker gaben an, daß ihr Arzt über die Art der Belastung Bescheid wisse, aber nur 36% waren der Meinung, daß die Behandlung optimal auf ihre Beschwerden zugeschnitten sei.

55,6 % der Musiker suchten Orthopäden zur Behandlung auf. Damit war der Orthopäde der von Musikern am meisten konsultierte Arzt gefolgt von anderen Fachärzten, Allgemeinärzten und Heilpraktikern. 98% der befragten Musiker wünschen sich einen Musikerarzt.
(Publiziert wurde die Arbeit in der Wiener Klinischen Wochenschrift und im Deutschen Ärzteblatt.)  

Dr. Thomas Ehrmann ist Mitglied der Forschungsgruppe Musikermedizin (www.musikermedizin.info). Durch die Verknüpfung von Orthopädie, Akupunktur, Chirotherapie, spezialisierter Physiotherapie mit Musikermedizin möchten wir für Sie, als Musiker, ein ideales Umfeld und Netzwerk zur Optimierung Ihrer Gesundheit bieten.  

Fallbeispiele  

Für ausführliche Fallbeispiele möchten wir aus Kapazitätsgründen auf die Seite der Forschungsgruppe Musikermedizin www.musikermedizin.info/fallbeispiele verweisen.


Interview Dr. Thomas Ehrmann vom BR zu Rückenbeschwerden bei Musikern